OZ 25./26.08.2018

  • Quelle_Foto_Ron

Graffiti: Kunst statt Schmiererei

Projektwoche an der Bernsteinschule:
Wand des Begegnungszentrums neu gestaltet

Text und Foto: Robert Niemeyer

Bildunterschrift: Graffiti-Künstler Alexander Kalfa (r.) aus Rostock zeigt den Schülern Florian Fuchs und Marvin Mühring die richtige Sprüh-Technik.


OSTSEEZEITUNG | Sonnabend/Sonntag, 25./26. August 2018 | RIBNITZ-DAMGARTEN

Die Bernsteinschule in Ribnitz-Damgarten ist mit einer Projektwoche in das neue Schuljahr gestartet. Ein Angebot war dabei auch ein Graffiti-Workshop.

Wir greifen das Thema seit Jahren immer wieder im Kunstunterricht auf“, sagte Kunstlehrerin Susanne Ratajczak. In der vergangenen Woche gestalteten die Schüler gemeinsam mit dem Graffiti-Künstler Alexander Kalfa aus Rostock eine Wand des Begegnungszentrums.

Neben der kreativen Auseinandersetzung mit dem Thema soll das Projekt auch der Prävention dienen. In der Bernsteinstadt hatte es zuletzt Diskussionen um Graffiti-Schmierereien gegeben, nachdem die historische Klostermauer in Ribnitz großflächig beschmiert worden war. Bürgermeister Frank Ilchmann hatte daraufhin eine Belohnung für die Ergreifung illegaler Sprayer ausgelobt. „Im Ursprung ist das eine illegale Sache“, sagt Alexander Kalfa. Dass es aber auch einen Weg in die Legalität gibt, dafür ist der 31-Jährige der beste Beweis. Seit zehn Jahren ist er als Graffiti-Künstler selbstständig.
Er meint: „Eine Belohnung für die Ergreifung der Täter ist der falsche Weg, das stachelt die Sprayer eher an.“ Sinnvoller wäre es, im öffentlichen Raum legale Möglichkeiten zu schaffen.

Die Bernsteinschule in der Berliner Straße sei ein gutes Beispiel, dass dieser Weg funktionieren kann. Dort ist der Fahrradunterstand für Graffiti freigegeben. Am Schulgebäude selbst sind seitdem noch keine Schmierereien aufgetaucht. „Man kann das illegale Sprayen sicherlich nie ganz verhindern. Aber es gibt mittlerweileauch eine sehr große legale Szene“, so Kalfa.
Dazu gehört auch Mathias Oppen. Er ist selbst ehemaliger Bernsteinschüler und hat während seiner Schulzeit mit dem Sprayen begonnen. In den vergangenen Jahren hat er, unter anderem im Auftrag der Stadt oder auch der Wohnungsgenossenschaft am Bodden, zahlreiche Wände oder auch Stromkästen künstlerisch gestaltet. Er sagt: „Die Graffiti an der Klostermauer sind nicht wirklich gut. Aber man sieht auch, dass die Sprayer die Mauer zum Üben nutzen. Deshalb wäre es besser, wenn es öffentliche Übungsmauern gäbe.“

Solch ein Versuch sei schon einmal gescheitert, sagt dagegen Ribnitz-Damgartens Bürgermeister Frank Ilchmann. Auf dem Spielplatz an der alten Klosterstraße seien vor einiger Zeit mal Wände zum Sprayen aufgestellt worden. „Es wurden trotzdem Häuser besprüht“, sagt Ilchmann. Deshalb sieht er in solchen Übungswänden keine Lösung. Die Möglichkeit, Wände von profesionellen Künstlern gestalten zu lassen, sei ein Weg. Dafür habe die Stadt allerdings kein Geld.“

 

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok Ablehnen